Premiere: 17.03.2010
Besetzung
| Inszenierung | Jens Zimmermann |
| Bühnenbild und Kostüme | Christof von Büren |
| Dramaturgie | Antonia Holle |
| Bomber | Jan Kittman |
Zu buchen bei: Susanne Roske, Tel. 03931.635721
E-Mail: dramaturgie@tda-stendal.de
Eine Wette unter Freunden: wer kriegt Mona zuerst, Held oder Bomber? Es geht um viel, eine ganze Handvoll Dope. Aber vielleicht geht es auch um mehr? BOMBER beschreibt die Gratwanderung junger Menschen bei der Entdeckung ihrer Sexualität in einer oft harten, brüchigen Sprache, bisweilen aber auch in berührend poetischen Bildern. Dass AIDS gerade jungen Menschen eine ungeheure Verantwortung aufbürdet, macht dieses Stück deutlich. Am Ende geht es um alles.
Die 10. Klasse des Tangermünder Diesterweg-Gymnasiums ist mucksmäuschenstill. Die Geschichte von „Bomber“ fesselt und wühlt auf. (…)
Regisseur Jens Zimmermann inszenierte für das Theater der Altmark das preisgekrönte Stück des Berliner Autoren Dirk Dobbrow. Es ist die Geschichte einer ersten Liebe im Zeitalter von Aids. (…)
Jan Kittmann beherrscht im Ein-Mann-Stück seinen emotionsgeladenen Monolog hervorragend. Ihm genügen in der Atmosphäre des Klassenzimmers eine Matratze auf dem Lehrertisch und eingespielte Musikfetzen vom Band. Der junge Schauspieler lässt Theater „im Kopf“ ablaufen. Kittmann ist der Teenager, der mithalten will und sich auf eine „Wer-kriegt-sie-als-erster-ins-Bett-Wette einlässt. Er speilt den Bekifften und den überschwänglich von einem Mädchen Schwärmenden. Er versteht es, mimisch und sprachlich weitere Figuren zu zeichnen – Aufschneider Held etwa und Mona, jenes Mädchen, in das Bomber verliebt ist.
Mit wiedergegebenen Dialogen nimmt Kittmann die Zuschauer mit auf Partys, ins Schwimmbad, in sein trostloses Zuhause. Er nimmt sie auch mit an seinen geheimen Ort, wo er sich mit Mona trifft, mit der ihn zarte Bande und Träume von Ferne, von Himmel und Meer und Luft verbinden – jener Ort, an dem Bomber mit Mona schlafen möchte. Doch längst hat sich ein Schatten über die junge Liebe gelegt – Mona hat AIDS.
Das Stück im Klassenzimmer erhebt nicht den moralischen Zeigefinger. Trotz aller auf- und abwogenden Emotionen dringt Sachlichkeit durch, scheinbar folgerichtig nimmt die Tragödie ihren Lauf.
Ein gutes Stück, um Jugendliche für das Thema AIDS zu sensibilisieren und gleichzeitig an Theaterkunst heranzuführen.
Stendaler Volksstimme 20.03.2010
“Positiv” ist das Wort, das bleibt. Eine Warnung vor HIV. Die Botschaft, die über allem steht, auch wenn dieses grandiose Klassenzimmerstück weit mehr an Spannung und überraschenden Wendungen zu bieten hat. Dabei kommt es ohne moralischen Zeigefinger aus, ist tiefgründig genug.
Altmark Zeitung 19.03.2010