Spiel mit Puppen und Menschen für junge Leute ab 8 Jahre von Sascha Löschner nach Andreas Steinhöfel
Koproduktion mit dem Theater des Lachens, Frankfurt (Oder) und dem Detmolder Sommertheater

Max hat eigentlich alles, was er zum Leben braucht: Essen, ein eigenes Zimmer, Computer und viel Freiheit – vielleicht zu viel Freiheit – denn seine Eltern vernachlässigen ihn. In Max verwandeln sich Sprachlosigkeit und Trauer darüber in Wut und Hass – für die er kein Ventil findet. Zum Glück bekommt Max von einem einarmigen Bettler ein „goldenes Ticket“ für die U-Bahn geschenkt. Mit ihm gelangt er in die „Refugien“ – magische Orte der Selbstbegegnung, Selbstprüfung und Selbstrettung.

Hier muss Max sich seinen Ängsten stellen und die größte Prüfung seines bisherigen
Lebens ablegen: er muss sein Herz wiederfinden. Der ‚mechanische Prinz’ zeigt ihm den Weg, gehen muss ihn Max allein – allenfalls mit Hilfe seiner „Herzfinster“, die er in seinen Refugien sammeln darf …
Die schwierige Identitätsfindung von Heranwachsenden, erzählt in einer spannenden und phantastischen Geschichte. „Der mechanische Prinz“ verbindet Puppentheater und Schauspiel für junge Leute, die aus den Kinderschuhen raus sind.

Pressestimme: Max soll sein Herz finden

Das Theater der Altmark hat in Koproduktion mit dem Detmolder Sommertheater und dem Theater des Lachens Frankfurt (Oder) das Jugendbuch “Der mechanische Prinz” von Andreas Steinhöfel als Theaterstück auf die Bühne gebracht. Am Sonntag hatte die Inszenierung ihre Premiere.
Stendal. Im Zentrum des Geschehens steht Max. Die alte Marlene, die Federn für Engel sammelt, erklärt ihm zu Beginn, dass in Kindern noch beides ist – Gut und Böse. Irgendwann entscheiden sie sich für die eine oder andere Richtung. Max balanciert gefährlich am Abgrund. Er fühlt sich ungeliebt, was ihn unsäglich traurig macht. Oft schlägt diese Traurigkeit um. Dann empfindet er nur noch große Wut und Hass.
Ein goldenes Ticket, das ihm ein Bettler in der U-Bahn gibt, kann Rettung für ihn sein. Mit diesem Ticket kann er in verschiedene “Refugien” reisen, in denen er sich gewissen Aufgaben oder Erkenntnissen stellen muss. Der mechanische Prinz gibt ihm irgendwann die letzte und wichtigste Aufgabe: Max soll sein Herz finden und retten.
Viele Hindernisse und Gefahren begleiten Max’ Weg. Und es ist nicht immer klar, wer Freund oder Feind ist.
“Der mechanische Prinz” in der Bühnenfassung von Sascha Löschner ist ein Theaterstück mit Schauspielern und Puppen. In der realen Welt auf dem Bahnsteig agieren die Schauspieler, in den Refugien – eine “Wand” des Bahnsteigs wird transparent – führen diese dann die Puppen.
Ausstatter Christof von Büren hat ein wunderbares Bühnenbild und ebenso wunderbare Puppen erschaffen. Natürlich sind Puppen immer nur so gut wie diejenigen, die sie führen.
Aber auch das stimmt in dieser Inszenierung: Allen voran natürlich Björn Langhans, der den Max spielt. Kollegin Claudia Luise Bose steht ihm in nichts nach, wenn sie in die Rolle der Tanita (reale Welt) schlüpft oder im Refugium die Puppe Sprudel mit Leben erfüllt. Dirk Löschner führt in dieser Inszenierung nicht nur Regie, sondern auch zwei Puppen-Charaktere. Außerdem ist er der Bettler, der Max das goldene Ticket schenkt.
Ensemble-Mitglied Claudia Lüftenegger ist “nur” in der realen Welt zu erleben: zunächst als wunderliche Marlene, später als patente Currywurst-Buden-Betreiberin.
“Der mechanische Prinz” ist eine spannende und faszinierende Geschichte darüber, was in vielen Jugendlichen vor sich geht und was sie manchmal zum Explodieren bringt. Die Stendaler Aufführung ist absolut sehenswert. Für alle Jugendlichen und Junggebliebenen ab acht Jahren. (Stendaler Volksstimme)

Pressestimme: Mit Gold mitten ins Herz

Diese Uraufführung am Theater der Altmark, die am Sonntagnachmittag Premiere hatte, wird sicher viele junge und auch nicht mehr ganz junge Zuschauer begeistern. Am Premierennachmittag wollte jedenfalls der Beifall kaum ein Ende nehmen. Immer wieder mussten die vier Darsteller/Puppenspieler Claudia Lüftenegger, Claudia Luise Bose, Björn Langhans und Dirk Löschner, der auch Regie führte, zurück auf die Bühne zum Verbeugen kommen.
Sascha Löschners Dramatisierung von Andreas Steinhöfels Buch “Der mechanische Prinz” traf sehr genau den Nerv heranwachsender Jugendlicher.
Dieser Max (Björn Langhans), Sohn wohlhabender Eltern, die sich aber viel zu sehr um sich selbst als um ihn kümmern müssen, hat Trauer und Wut darüber im Bauch. Er rennt allem davon.
Auf dem Bahnhof trifft er auf einen einarmigen Bettler (Dirk Löschner), der ihm ein goldenes U-Bahn-Billett schenkt nd vor dem mechanischen Prinz warnt. Eine exaltierte Dame (Claudia Lüftenegger) beschenkt ihn mit einer Feder, die sie selbst für den “Vogel” sammelt, damit er fliegen kann. Schließlich trifft er noch auf Tanita (Claudia Luise Bose), die ebenso wie er mit dem goldenen Ticket in die “Refugien” reisen möchte. In diesen Orten der Selbstfindung, der Prüfung und Rettung muss er sein Herz wieder finden, das heißt seinen unverwechselbaren Lebensweg erkunden.
Geschieht die Anfangshandlung auf dem Bahnsteig noch in der “Bühnenrealität” (Ausstattung Christof von Büren), so erfolgt die Reise durch die verschieden Stationen der Refugien bis hin in den Tempel der Herzen mit Hilfe von Handpuppen-Darstellungen. Die wiederum werden sichtbar von den Puppenspielern geführt.
So entstehen zwischen Max (geführt von Björn Langhans) und Jan (geführt von Dirk Löschner – der wie auch die anderen beiden Mitspieler in mehrere Rollen und Figurenführungen schlüpft – spannende Rede- und Spielduelle. Die Entscheidung fällt schließlich zu Gunsten des lebensbejahenden Herzen, das den Eisklotz de des Widersachers/Vorbilds schmilzt.
Im Kleinen Haus entstand eine spannungsgeladene Geschichte. In dem rund 80 Minuten dauernden Spiel herrschte fast atemlose Stille, die erst im Beifall für die Darsteller und ihr künstlerisch-wirkungsvolles Spiel aufbrach. Das Stück entstand als eine Koproduktion mit dem Theater des Lachens aus Frankfurt/Oder und dem Sommertheater Detmold. (Altmark Zeitung)