Komödie von Hans Magnus Enzensberger nach Molière

“Wer den Anspruch erhebt, ohne Heuchelei zu leben, muss sich nicht wundern, wenn er einsam bleibt.” In Enzensbergers Übersetzung findet sich der klassische Text auf sehr amüsante Weise im Heute wieder.
Sie möchten auch mal in die Zeitung? »Das ist doch nicht ihr Ernst! Man publiziert,/ wird überschätzt, verleumdet, falsch zitiert,/ mit Hinz und Kunz in einen Topf geschmissen/ und endlich von den Medien verschlissen./ ein ziemlich zweifelhaftes Gütesiegel!/ Selbst mein Friseur steht neuerdings im Spiegel.«

Ein »intellektuelles und lyrisches Zauberkunststück.« (Benjamin Henrichs)

»Enzensberger brilliert wieder. Er geht den alten Versen mit einem Geschick und Witz zu Leibe, die beide immer wieder verblüffen und erheitern. … Der alte Spaß hat eine neue Grauenhaftigkeit gewonnen, eine aktuelle Dimension. Enzensberger hat vorzüglich gearbeitet.« (Die Welt)

Besetzung:
Alceste – Florian Kleine
Philinte – Alexander Frank Zieglarski
Célimène – Susanne Kreckel
Èliante – Frederike Duggen
Arsinoe – Claudia Lüftenegger
Oronte – Jan Kittmann
Acaste – Franz Lenski
Clitandre – Andreas Müller

Dauer: 2 Std.

Pressestimme: Ein Abbild der Heuchelei

„In der Rezension zur Inszenierung [von] (…) ‘Der Menschenfeind’ (…) (Regie: Andreas Janes) ist vor allem eine Schauspielerleistung zu würdigen: Die von Jan Kittmann als Hauptfigur Alceste. Er hat nach einem Probenunfall für Florian Kleine, der ärtzlich behandelt werden musste, in nur einer Woche die zwiespältige und vielschichtige Rolle übernommen. Wie er das vollbracht hat, gereicht dem Schauspieler zu allen Ehren. Sein Verhältnis zu seinen Mitakteuren ist geprägt von großer Einfühlsamkeit. Man hatte nie den Eindruck einer ‘Notlösung’ – Nein! Hier stand ein eingespieltes Ensemble auf der Szene. (…) Die Inszenierung (…) endete in Stendal mit vollem Bühnenerfolg für das Ensemble um den ‘Einsteiger’ Jan Kittmann mit minutenlangem Beifall. (…)“
(Altmarkzeitung, Dienstag 18.10.11)

Pressestimme: Beste Unterhaltung mit Rollentausch

„Die Zuschauer [durften] den Regisseur selbst auf der Bühne erleben. Andreas Janes sprang in Kittmanns ursprüngliche Rolle des Oronte. Wäre das Publikum nicht über diesen Rollentausch aufgeklärt worden, es hätte nichts bemerkt! Denn was das Publikum erlebte, war eine wunderbar stimmige Komödie mit acht Schauspielern und Schauspielerinnen, denen man die Freude am Spiel regelrecht anzumerken meinte und von denen ein jeder genau in die jeweilige Rolle passte. (…) Die Rolle der Arsinoe und des Philinte sind die komischsten und mit Claudia Lüftenegger und Alexander Frank Zieglarski ideal besetzt. Hier können beide einmal mehr ihr komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Susanne Kreckel und Jan Kittmann ebenso sehenswert als ungleiches Paar. Kreckel schafft den Spagat und verkörpert einerseits Oberflächlichkeit und andererseits ernsthafte – wenn auch versteckte – Gefühle. (…)
Dramaturg Sascha Löschner hat diese Fassung nun noch einmal erfolgreich angepasst und sie ins heutige Berlin verlegt. Bühnenbildner Christopher Melching ist ein Bühnenbild gelungen, das keinerlei Umbauarbeiten nötig macht und das ein regelrechter ‘Hingucker’ ist. Dabei besteht es lediglich aus einigen beleuchteten Vorhängen. Eine rundum gelungene Inszenierung, die 90 Minuten beste Unterhaltung garantiert.“
(Stendaler Volksstimme, Dienstag 18.10.11)

Pressestimme: köstlich unterhaltsam und mit vorzüglichen Profis

Diese verschobene Premierenveranstaltung im „Kleinen Haus“ des TdA war eine grandiose Aufführung, wunderbar inszeniert von Andreas Janes.
Ein reizvolles minimalistisches, und trotzdem alle Facetten bedienendes Bühnenbild von Christopher Melching, der auch für die Kostüme verantwortlich zeichnet (auch diese genau richtig)[…].
Ganz besonders hervorzuheben Jan Kittmann, der kurzfristig! als Misanthrop Alceste diese schwierige sprachintensive Rolle vollends überzeugend übernahm.

[…] [Allen Charakteren] konnte man Partylaune und Sprunghaftigkeit abnehmen, so der erotischen Célimènte (umwerfend Susanne Kreckel), dass sie von allen Männern umgarnt wird.
[…] Vollkommen geht das glühende Temperament eines moralisierenden Alceste (sehr glaubhaft), das Philinte [sein Freund] nicht zu kühlen vermag, mit dem Widersacher Oronte (unvergesslich Intendant Andreas Janes) durch. Nicht nur sein schwachsinniges Gedicht […](dabei reißt er sich die Sachen vom Leib, steht ganz und gar ohne Hosen und zelebriert eine Kasteiung mit dem Gürtel – köstlich), nein er schmeichelt auch noch Célimènte. […]
Besonders intrigant, weil von Neid erfüllt – die beste Freundin (wer sonst) Arsinoé (grandios Claudia Lüftenegger). Süffisant versprühen beide ihr Gift, die Eine hat zu wenig Sex, die Andere [Célimène] anscheinend? zu viel. Die weibliche Kampfeslust endet in einem Sumo-Ringkampf, dabei immer noch lächelnd – eine glänzende Umsetzung der moliéreschen psychologischen Einschätzung sogenannter feiner Damen.
Regisseur Andreas Janes hat Moliére prächtig unserer Zeit angepasst, mit guter Wortwahl und aktualisiertem Sprachwitz, alle Figuren zeigen, dass sich am menschlichen Verhalten seit Jahrhunderten nichts geändert hat.[…]

Die heitere Stimmung der Zuschauer schlug sich in rauschendem Prämieren-Applaus und Bravo-Rufen nieder. Tolles Theater!
(KUKMA-Kulturmagazin, Oktober 2011)