Premiere: 24.06.2011 / 19:30 Uhr
Besetzung
| Inszenierung | Hans-Jochen Menzel |
| Puppen, Bühne und Kostüme | Christof von Büren |
| Dramaturgie | Sascha Löschner |
| Es spielen: | Claudia Tost, Cnaan Shahak |
18.09.11, 18:00 Rangfoyer 23.09.11, 19:30 Bernburg 21.10.11, 19:30 Rangfoyer 20.11.11, 18:00 Rangfoyer 30.12.11, 19:30 Rangfoyer 27.01.12, 19:30 Rangfoyer 24.04.12, 19:30 Rangfoyer 01.05.12, 18:00 Rangfoyer 28.05.12, 18:00 Rangfoyer Karten
Welche geheimnisvolle Verbindung besteht zwischen dem satanisch bösen Hyde, der rücksichtslos ein Kind umstößt und noch über dessen Körper trampelt, und dem hoch angesehenen Dr. Jekyll, einem Muster an
Tugendhaftigkeit und christlicher Nächstenliebe? Wieso geschieht es, dass zuweilen aus dem sonst so freundlichen Antlitz des respektablen Arztes ganz unvermittelt die grauenvolle Fratze des Bösen bricht?
Der Klassiker der Horrorliteratur jagt seit seinem Erscheinen 1886 unerschrockenen Lesern wohlige Schauer über den Rücken. Unzählige Filme haben das Grauen seither banalisiert. Dem abgebrühten Publikum von heute kann nur noch eine Kunstform das Gruseln lehren: das Puppentheater!
“Es geht um animalische Triebe, die – endlich befreit – nicht mehr zu bändigen sind. Es gibt Mord, Wollust, Verzweiflung … und das Publikum amüsiert sich prächtig. Zumindest am Freitag vor Pfingsten bei der gleichnamigen Premiere im Theater der Altmark in der Inszenierung von Hans-Jochen Menzel. Mit Dramaturg Sascha Löschner hat der Puppenspielprofessor aus dem düsteren und gruseligen Stoff ein schwarz-humoriges Puppenspiel für Erwachsene gemacht hat.
Den Rahmen für die eigentliche Handlung bilden Herr Shahak (Cnaan Shahak) und Frau Dr. Tost (Claudia Tost). Er möchte von der Ärztin nur ein Mittel gegen Grippe. Sie diagnostiziert psychische Störungen und nimmt ihn stationär auf. Ab jetzt verwischen die Grenzen: Sind sein Psychosen in Wirklichkeit ihre? Träumt er oder ist er Zeuge von Ungeheuerlichkeiten? Wer ist wer? Ist er noch er selbst?
Claudia Tost und ihr Kollege Cnaan Shahak sind einfach überall. Eben liegen sie noch im Bett mitten auf der Bühne, im nächsten Moment sieht man sie in einem der Fenster. Sie selbst oder eine der vielen Puppencharaktere, die von ihnen mit Leben erfüllt werden.
Elf Puppen werden von den zwei Schauspielern geführt. Im rasanten Tempo wechseln diese dabei ohne Probleme zwischen den unterschiedlichen Stimmen hin und her und lassen die Figuren an den ungewöhnlichsten Orten auftauchen: in der Tasche eines Arztkittels, in der Toilettenschüssel, im Federbett …
Und wieder einmal klappt die Illusion, die gutes Puppentheater bietet: Der Zuschauer vergisst ein wenig, dass es sich lediglich um einfache Puppen handelt.
Die liebevoll gefertigten, wunderbaren Pappmaché-Figuren aus der Werkstatt von Christof von Büren werden durch Tost und Shahak in eingeständige Wesen verwandelt. Die Illusion ist perfekt, als Shahak mit zwei Figuren ein Bett teilt und sich mit ihnen unterhält. Da werden Handpuppen eben mal zu Fußpuppen.
Anderthalb Stunden wirbeln Puppen und Schauspieler auf der kleinen Bühne. Zur Premiere gab es für die beiden Darsteller/Puppenspieler und für diese amüsante Inszenierung des Stevenson-Klassikers viel und verdienten Beifall.” (Stendaler Volksstimme)