Musical von Jerry Herman Musik und Songtexte Jerry Herman, Buch Harvey Fierstein

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein schwules Paar. Georges führt einen Nachtclub, das „La Cage aux Folles“. Albin ist in der Rolle der Diseuse Zaza der Star der allabendlichen Show, ein begnadeter, nicht mehr ganz junger Meister der Travestiekunst. Albin und Georges sind ein Liebespaar, das den gemeinsamen Alltag und die künstlerische Zusammenarbeit mit allen Höhen und Tiefen über 20 Jahre gemeistert hat und das gemeinsam Georges’ Sohn Jean-Michel – gezeugt von flüchtiger Neugierde – großgezogen hat. Nun wird ihre Beziehung auf die Probe gestellt: Jean-Michel will die Tochter des konservativen Politikers und Moralapostels Edouard Dindon heiraten. Die Familien sollen sich zur Verlobung kennen lernen. Während die Dindons bereits auf dem Weg sind, muss schnell eine richtige, eine „normale“ Familie her. Die beiden Schwulen mimen ein Hetero-Paar, Georges als Kulturattaché. Der beleidigte Albin fällt jedoch immer mehr aus der Rolle. Aber die Liebe triumphiert über alles. „Ein Käfig voller Narren“ war das erste Musical, das sich um schwule Themen drehte. Es gewann sechs Tony Awards und wurde 1761-mal am Broadway gespielt.

Pressestimme: Ein Genuss

“Wir sind, was wir sind”, singen all die Narren im “La Cage aux Folles”, dem Club an der Amüsiermeile von Saint Tropez. Aber nichts ist so, wie es zu sein scheint. Es scheint auch nur so zu sein, dass das Spiel mit der Travestie, der hinreißenden Show, die Abend für Abend im “La Cage aux Folles” gezeigt wird, und deren Star die einmalige, atemberaubende, einzigartige Zaza" ist, die Verwirrung erzeugt. Denn eigentlich geht es um Liebe, vor allem um die zwischen Albin alias Zaza und Georges, dem Besitzer des Clubs. …
Der Zauber dieses Stückes liegt vor allem in der perfekten Verbindung der Travestieshow mit einer wahrhaftigen, berührenden und psychologisch genau ausbalancierten Liebesgeschichte, die hier in Stendal sehr feinfühlig und ohne Kitsch erzählt wurde. Dazu trug vor allem der Gaststar Christian Venzke bei, ein versierter Musicaldarsteller, der in Stendal als Albin/Zaza debütierte. Er beherrscht Gesang und Tanz ebenso, wie genaues, fein differenziertes Spiel. Köstlich etwa die Szene, in der er mit Georges übt, sich “wie ein Mann” zu bewegen, aber auch schon vorher sehr gut und anrührend die Szenen der Enttäuschung, in der sich Trauer und Stolz mischen.
Mathias Kusche als Georges hat auch sehr gut gespielt, auch er mit psychologischem Feingefühl, zerrissen zwischen seiner Liebe zu Albin und dem Verständnis für den Sohn (frisch und schön jugendlich Jan Kittmann), der um seine Anna kämpfen möchte. Ihm nahm man die noch immer schwärmerisch-erotische Liebe zu Albin genauso ab wie die Müdigkeit des alternden Clubbesitzers und Show-Impressarios. … Musikalisch war es in allem ein Genuss. Aus dem Orchestergraben war Schwungvolles zu hören, und Gero Wiest hat die Kammersymphonie Berlin mit Geschick und gutem Gefühl für ganz unterschiedliche Musikstile geleitet. … Die Inszenierung begeisterte nicht zuletzt durch fantasiereiche Choreografien (Thorsten Kreissig / Darren Perkins) und eine hinreißende Ausstattung (Christopher Melching).
Stendaler Volksstimme, 21.12.09

Pressestimme: Ein Käfig voller Vergnügen

“Wer unbedarft in die Premiere von ‘La Cage aux Folles – Ein Käfig voller Narren’ kam, …mochte kaum glauben, in einem reinen Schauspieltheater zu sitzen…Hauptdarsteller und Orchester waren “ausgeliehene Gäste”, aber das gesamte übrige Ensemble rekrutierte sich aus Stendaler Akteuren und durfte nach dem gelungenen Premierenabend durchaus für sich in Anspruch nehmen, auch Musicaldarstellerensemble genannt zu werden, dank einer durchdachten Regie von Manfred Ohnoutka….Da trifft man auf Albin, Lebenskamerad von Georges, und Transvestit Zaza (Christian Venzke). Er lotet seine Rolle tief aus, steigert sie, als er für eine Nacht weichen soll, um Ziehsohn Jean-Michel Gelegenheit zu geben, die Familie seiner Freundin nicht zu schockieren, zum Höhepunkt. Hier gibt er zwischen Wut und Selbstbewusstsein sein großes Bekenntnis ab: “ich bin, was ich bin!” Ihm zur Seite Mathias Kusche…Hin und her gerissen zwischen Liebe zum Sohn und zum Partner, wächst auch er bekennend in seiner Rolle. Thorsten Kreissig hat als Choreograph ganze Arbeit geleistet, um dieses “Ballettensemble des Clubs auf Zeit” in Stendal zu formen und ansehenswerter Leistung zu bringen. Das gleiche gilt für Chordirektor Robert Grzywotz und Gero Wiest, der als Schauspielmusiker in Stendal die Kammersymphonie Berlin im Orchestergraben souverän leitete und das ganze musikalisch zusammen hielt. Bleiben Frederike Duggen und Jan Kittmann als junges Liebespaar zu nennen, deren Hauptattraktion das fast artistische Pas de deux zwischen klassischem Tanz und Rock ‘n’ Roll Akrobatik im Finale zu Beifall hinriss. Allen anderen Darstellern ist das Verdienst zuzurechnen, dass sie ganz im Sinne der Ensembleleistung ihr Bestes gaben, um diese Inszenierung zu einem echten Theaterhöhepunkt des zu Ende gehenden Jahres zu machen. Danke!
Altmark-Zeitung, 21.12.09