politische Farce von Slavomir Mrozek

»Der Unterschied zwischen einem Gefängnis und der Freiheit ist der, dass im Gefängnis sich das ganze Gefängnis um den Gefangenen kümmert und für den Gefangenen da ist, während der Freie allein und einsam ist«. (Slavomir Mrozek)
Alle scheinen längst davon überzeugt zu sein, dass wir das beste System der Welt haben. Es gibt keinen Widerstand mehr, nur noch einen einzigen Staatsfeind. Der sitzt ausgerechnet in der JVA Stendal. Aber auch dieser will nun nicht mehr gegen die Regierung kämpfen und dem Terror abschwören.

Unerwartet gerät somit das eingespielte Machtgefüge ins Wanken und stellt die Frage nach dem Sinn. »Polizei« folgt seiner eigenen Logik, die alles Übliche auf den Kopf stellt, und doch im Kern auf komisch-ironische Art kritische Fragen nach Funktionsprinzipien der Macht und deren Institutionalisierung aufwirft.

Die Inszenierung lässt sich sehr stark auf das Gefängnisgebäude ein und spielt mit ihm. Auch hier werden übliche Sehgewohnheiten auf den Kopf gestellt und der Raum und die Zuschauer werden Teil des Geschehens.

Besetzung:
Polizeipräsident – Michael Mill
Polizistin – Dilruba Saatci
Gefangener/ Adjudant – Beniamino Brogi
Generalin/ Polizeiärztin – Alexandra-Annika Meyer

Pressestimme: Viele Einblicke in Ängste, die die Menschen begleiten

…Regisseur Ludger Lemper kann in seiner Aufführung auf überzeugende Darsteller zurückgreifen: Michael Mill als Polizeipräsident, Diruba Saatci als Polizistin, Beniamino Brogi al Staatsfeind, Alexandra-Annika Meyer als Generalin. Junge Stendaler kommen wirkungsvoll als bedrohliche Erfüllungsgehilfen zum Einsatz.[…]
(Volksstimme, 05.09.2011)