Eine Produktion des Clubs der Experten

Premiere: April 2020

1989 – In landesweiten, gewaltfreien Demonstrationen führen die Bürger*innen der DDR einen Umsturzprozess herbei, dem das SED-Regime weichen muss, und der die Grundlage schafft für die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990.

Der anfänglichen Euphorie folgte jedoch das langwierige, äußerst komplizierte Verfahren der ökonomischen Vereinigung, welches auch 30 Jahre später noch nicht abgeschlossen ist. Während im Westen das alltägliche Zusammenleben wie gewohnt weiterlief, änderten sich im Osten die Lebensumstände in gewaltigem Maße. Im Zuge eines rasch vorangetriebenen Strukturwandels hin zur postindustriellen Gesellschaft kam es zu Massenarbeitslosigkeit und Massenabwanderung. Viele Menschen fanden sich in einem neuen Land wieder, in dem ihre bisherigen Biografien keine Rolle mehr spielten.

So hatten die Ereignisse von 1989 sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die Bevölkerung in Ost und West. Vor dem Hintergrund einer sich stetig zuspitzenden Debatte um Integration und Migration sowie am Erfolg rechtspopulistischer Parteien in den ostdeutschen Bundesländern zeigt sich, dass auch in Fragen der Bewertung gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen 30 Jahre nach der Wende große Differenzen zwischen den beiden ehemaligen deutschen Staaten bestehen.

Welche Träume waren mit der Wende verbunden? Welche Freiheiten hat man gewonnen, welche verloren? Gibt es ein ostdeutsches Lebensgefühl? Und wie erleben Menschen, die aus den von Bürgerkriegen zerrütteten Ländern der arabischen Welt nach Deutschland geflohen sind, das Leben in diesem Land? In einer Gemeinschaftsproduktion wollen der Club der Experten und Schauspieler*innen des TdA-Ensembles die einschneidenden Ereignisse der letzten 30 Jahre Revue passieren lassen. An Hand eines gemeinsamen Rechercheprozesses und der Biografien der Teilnehmer*innen soll ein vorläufiges Resümee von Wende und Wiedervereinigung gezogen werden.

»Wende.Punkte« ist Teil der Veranstaltungsreihe »Aufruhr – Aufbruch – Alltag: Stendal 1989 und heute«, die von dem Netzwerkprogramm Engagierte Stadt, dem Theater der Altmark und der Hochschule Magdeburg-Stendal organisiert wird. Lesungen, Theateraufführung, Ausstellung, Zeitzeugen-Gespräche und Diskussionsrunden beschäftigen sich mit der gesamtgesellschaftlichen Dimension der friedlichen Revolution. Moderierte Geschichte(n)cafés, in denen Bürger*innen ihre persönlichen Erlebnisse einbringen können, legen Schwerpunkte auf die lokalen Ereignisse und Entwicklungen in Stendal.

Inszenierung: Jochen Gehle

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