von Esther Rölz / ab Klassenstufe 10
Theater im Klassenzimmer


Premiere: Dezember 2019

Seit drei Jahren ist in Deutschland eine Koalition aus »Nationalen« und »Ökos« an der Macht. Die Politik sorgt mit allen Mitteln dafür, dass das Klimaziel gehalten wird. Ein Auto besitzen darf nur noch, wer es unbedingt braucht, alle Inlandsflüge sind gestrichen, Plastikverpackungen sind verboten, Fleisch wird besteuert. Nicht bei allen sind diese strengen Klimaschutzmaßnahmen beliebt und die Mittel, mit denen sie durchgesetzt werden, scheinen eher zu einer Diktatur als zu einer Demokratie zu passen. Die Regierungsgegner wollen sich nicht länger gängeln lassen und gehen trotz Demonstrationsverbot unter dem Motto »Freie Wahl für jeden!« auf die Straße. Sie fordern den Rücktritt der Regierung, während die Polizei versucht, die Unruhen in den Griff zu bekommen. Steine fliegen, Autos brennen, Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Als eine Gruppe radikaler Regierungsgegner einen Anschlag auf eine Diskothek verübt und neun Menschen sterben, wird der Notstand verhängt. Mitten in diesem Chaos versteckt sich die 16-jährige Denise auf der Flucht vor der Polizei in ihrem ehemaligen Gymnasium, wo sie auf ihren Geschichtslehrer Bruno trifft. Zum Unterricht geht Denise schon längst nicht mehr, stattdessen hat sie sich den Demonstrationen angeschlossen und schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Bruno dagegen steht auf der Seite der Regierung. Er findet, dass die Menschen lange genug die Wahl hatten, freiwillig ihr Verhalten zu ändern und nun der gute Zweck die Mittel heiligt. Während draußen der Kampf zwischen Regierungsgegnern und -befürwortern tobt, entbrennt auch zwischen Denise und Bruno eine erbitterte Diskussion. Schnell wird klar, dass die beiden mehr verbindet, als es auf den ersten Blick scheint und es in dieser Situation keine einfachen Wahrheiten geben kann.

Die Autorin Esther Rölz entwirft in ihrem Stück das Schreckensbild von einem Deutschland, das an den drängenden gesellschaftlichen Problemen zerbrochen ist, und fordert die Zuschauer*innen anhand dieser exemplarischen Situation zur Auseinandersetzung mit essenziellen Fragen über Politik und Gesellschaft auf: Wie können notwendige, aber unpopuläre Veränderungsprozesse in Gang gesetzt werden? Mit welchen Mitteln kann und darf man das Gute durchsetzen? Kann die Rettung der Welt jemals eine Diktatur rechtfertigen?

Inszenierung: Jochen Gehle
Mit: Alice Katharina Schmidt, Matthias Hinz

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