Informationen und Buchungsanfragen

Mitreißend wird es bei den Klassenzimmerstücken, die die Schüler*innen direkt mit rein ins Geschehen ziehen. Hautnah an den Jugendlichen dran spielen die Darsteller*innen Stücke, die deren Themen aufgreifen und erfahrbar machen. Für jede Altersstufe gibt es das passende Stück. Alle Aufführungen werden von einer theaterpädagogischen Nachbereitung begleitet, bei der das Gesehene ausgewertet und diskutiert wird.
Für ausführliche Informationen und Buchungsanfragen zu den Klassenzimmerstücken wenden Sie sich bitte an Antje Zimmermann (Referat Theater & Schule), Tel. 03931 - 63 57 11 oder schule@tda-stendal.de

 

Der Junge mit dem längsten Schatten NEU!

von Finegan Kruckemeyer
Deutsch von Thomas Kruckemeyer
ab Klassenstufe 3
Inszenierung: Jürgen Lingmann
verfügbar ab November 2020

Atticus wird gemobbt. Und das, obwohl sein Bruder einer der coolsten Jungs der ganzen Schule ist. Adam ist zwar nur zwei Minuten älter, aber die Zwillinge könnten unterschiedlicher kaum sein. Adam fährt BMX-Rad, baut Schlachtschiffe aus Lego und ist beliebt. Atticus mag Fremdsprachen, faltet Origami-Tiere und ist mit der Bibliothekarin der Bücherei befreundet. An seinem zwölften Geburtstag beschließt Atticus, dass Schluss sein muss mit den Schikanen und dass er genauso lässig sein will wie sein großer Bruder. Er verwandelt sich in eine billige Kopie von Adam und inszeniert einen peinlichen Auftritt in der Schulaula. Seine Versuche münden in kleinere Katastrophen und trüben das Verhältnis der Brüder zueinander.
Für seine Verdienste um das internationale Kinder- und Jugendtheater ist Finegan Kruckemeyer vielfach ausgezeichnet worden. Mit »Der Junge mit dem längsten Schatten« hat er ein unterhaltsames wie anrührendes Stück über die Suche nach Identität und das Herausfinden persönlicher Stärken und Schwächen geschrieben.

 

Zigeuner-Boxer NEU!

von Rike Reiniger
ab Klassenstufe 8
verfügbar ab April 2021

Die Erinnerung an Ruki lässt Hans nicht los. Ruki ist der fremde Junge, der Hans auf dem Schulweg zum Geburtstag einen Apfel schenkte. Zwei Jahre später treffen sich die beiden in der Halle des Boxclubs wieder. Sie werden Freunde: der blonde Hans und der Zigeuner-Boxer. Gemeinsam feiern sie Rukis Siege. Ruki sammelt Meistertitel, boxt in Leipzig, in Hamburg, in Dortmund. Zur Olympiade nach Amsterdam aber darf er nicht. Schließlich geht er nach Berlin, denn dort kann man mit Boxen Geld verdienen. Aber der Einfluss der Nationalsozialisten auf das öffentliche Leben wird immer tiefgreifender und ein Zigeuner-Boxer darf nicht mehr siegen.
Rike Reiniger macht die Schrecken der Nazi-Zeit nachfühlbar, indem sie die Geschichte einer Freundschaft erzählt, die im Dritten Reich nicht bestehen durfte. Ihr Stück beruht auf dem Leben Johann Wilhelm »Rukeli« Trollmanns, der in den 1930er Jahren zum besten deutschen Boxer aufstieg. Als Sinto wurde Trollmann in das KZ Neuengamme eingeliefert und 1944 im Außenlager Wittenberge ermordet.


Wörterwelten mobil

ab Klassenstufe 1

Die Lesereihe »Wörterwelten« entführt die Zuhörer*innen in die unendliche Welt der Geschichten und entfacht die Lust am Abenteuer Lesen. Schauspieler*innen lesen Auszüge aus Kinderbüchern, fantasievolle Kostüme und musikalische Begleitung sorgen für ein unterhaltsames Theatererlebnis im kleinen Rahmen. Auf dem Programm stehen sowohl Klassiker der Kinderliteratur von Paul Maar oder Michael Ende als auch brandneue Geschichten von spannenden Autor*innen aus aller Welt.

 

 

Deine Helden – meine Träume

Klassenzimmerstück von Karen Köhler
ab Klassenstufe 7
Inszenierung: Cordula Jung

Jonas kommt nach vielen Jahren in sein altes Klassenzimmer zurück, weil ihn noch immer sein schlechtes Gewissen quält. Aus prekären und gewalttätigen Familienverhältnissen stammend, beginnt er zu boxen. Im Verein findet er Halt und freundet sich mit Mo an, benannt nach Mohammed Ali, dem weltgrößten Boxer.

Als sich Jonas dann in Jessica verliebt, nimmt sein Leben eine Wendung. Um ihr nah zu sein, freundet er sich mit Jessicas rechtsradikalem Bruder Heiko an. Mit ihm geht er auf Kameradschaftstreffen und Nazi-Konzerte, hebt den rechten Arm und schreit »Sieg Heil!« Dass Heiko Mo als Ausländer beschimpft, hat für Jonas zunächst keine Bedeutung.

Als Jessica sich jedoch auffällig oft mit Mo trifft, kennt Jonas' Eifersucht keine Grenzen mehr. Er gerät in einen Strudel aus Gewalt und Verrat, an dessen Ende eine Katastrophe steht, die alles verändert. Jonas flieht damals. Heute stellt er sich seiner Vergangenheit.

Für dieses Klassenzimmerstück arbeitet das TdA mit KinderStärken e.V. zusammen.

Kooperationspartner von:
 


Krieg. Stell dir vor, er wäre hier

Klassenzimmerstück nach dem Roman von Janne Teller
ab Klassenstufe 7
Eine Übernahme der Uraufführungsinszenierung der Badischen Landesbühne Bruchsal aus dem Jahr 2011
Inszenierung: Carsten Ramm

Was wäre, wenn wir die Flüchtlinge wären? Janne Teller nimmt in ihrem Text »Krieg. Stell dir vor, er wäre hier« einen Perspektivwechsel vor: Europa befindet sich im Krieg. Die demokratischen Staaten sind zusammengebrochen und faschistische Diktaturen entstanden. Das Land ist zerstört, viele Menschen sind gestorben. Nirgends ist es sicher. Du hast Angst um deine Familie und um die Zukunft. Die einzige Chance ist die Flucht. Der 14-jährige Protagonist flieht mit seiner Familie nach Ägypten, kommt in ein Flüchtlingslager und versucht ein neues Leben zu beginnen. Das Heimweh ist groß und das Lagerleben zermürbend. Nur langsam lernt er die Sprache. Solange das Asylverfahren läuft, darf er nicht zur Schule gehen, nicht arbeiten, das Lager nicht verlassen. Die Jahre vergehen, die Sehnsucht nach dem zu Hause nimmt zu, aber wo ist das eigentlich, wenn der Krieg kein Ende nimmt?

Kooperationspartner von:


Out! - Gefangen im Netz


Klassenzimmerstück von Knut Winkmann
ab Klassenstufe 8
Inszenierung: Cordula Jung

Vicky kommt neu an die Schule. In der alten Klasse beliebt, findet sie sich nun in einer ungewohnten Situation wieder: Ihre Mitschüler meiden sie. Je mehr sie sich anstrengt dazuzugehören, desto mehr wird sie von ihnen geschnitten und zum Spielball der Klasse. Erst verschwindet ihr Handy auf einer Klassenparty, dann landen intime Fotos von ihr im Internet. Wenig später entsteht ein gefakter Facebook-Account. Vicky kann nichts machen. Sie ist den Schikanen ihrer Mitschüler ausgeliefert.

Polizist Dominik Stein erzählt der Klasse von Vickys Fall. Vermeintlich, um über die Gefahren in sozialen Netzwerken aufzuklären. Doch Vicky ist nicht irgendein Beispielfall, kein erfundenes Teenagermädchen: Was Dominiks Schwester widerfahren ist, ist bittere Realität.


Für dieses Klassenzimmerstück arbeitet das TdA mit dem Verein Miß-Mut e.V. zusammen.

Kooperationspartner von:

 

Klamms Krieg

Klassenzimmerstück von Kai Hensel
ab Klassenstufe 10
Inszenierung: Cordula Jung

Deutschlehrer Klamm sieht sich mit einer Kriegserklärung konfrontiert. Nach dem Selbstmord einer seiner Schüler geben ihm die Klassenkameraden die Schuld: Klamm habe dem Jungen wissentlich einen Punkt zu wenig gegeben, um das Abitur zu bestehen. Er nimmt den Kampf auf und redet gegen die Mauer des Schweigens an, argumentiert, versucht es mit Bestechung und mit Drohungen. Er kämpft gegen die Klasse, die Kollegen, die Schule, gegen das ganze Schulsystem und zerbricht an seinem Kampf um Prinzipientreue.

Klamms »Krieg« mit seinen Schülern wirft grundsätzliche Fragen auf: Was hat heute noch einen Wert? Wofür lohnt es sich zu kämpfen? Wie viel Leistungsdruck darf sein? Was macht einen guten Lehrer, was einen schlechten Schüler aus?

 

 

Freie Wahl (UA)

von Esther Rölz
ab Klassenstufe 10
Inszenierung: Jochen Gehle

Seit drei Jahren ist in Deutschland eine Koalition aus »Nationalen« und »Ökos« an der Macht. Die Politik sorgt mit allen Mitteln dafür, dass das Klimaziel gehalten wird. Ein Auto besitzen darf nur noch, wer es unbedingt braucht, alle Inlandsflüge sind gestrichen, Plastikverpackungen sind verboten, Fleisch wird besteuert. Nicht bei allen sind diese strengen Klimaschutzmaßnahmen beliebt und die Mittel, mit denen sie durchgesetzt werden, scheinen eher zu einer Diktatur als zu einer Demokratie zu passen. Die Regierungsgegner wollen sich nicht länger gängeln lassen und gehen trotz Demonstrationsverbot unter dem Motto »Freie Wahl für jeden!« auf die Straße. Sie fordern den Rücktritt der Regierung, während die Polizei versucht, die Unruhen in den Griff zu bekommen. Steine fliegen, Autos brennen, Verhaftungen sind an der Tagesordnung. Als eine Gruppe radikaler Regierungsgegner einen Anschlag auf eine Diskothek verübt und neun Menschen sterben, wird der Notstand verhängt. Mitten in diesem Chaos versteckt sich die 16-jährige Denise auf der Flucht vor der Polizei in ihrem ehemaligen Gymnasium, wo sie auf ihren Geschichtslehrer Bruno trifft. Zum Unterricht geht Denise schon längst nicht mehr, stattdessen hat sie sich den Demonstrationen angeschlossen und schreckt auch vor Gewalt nicht zurück. Bruno dagegen steht auf der Seite der Regierung. Er findet, dass die Menschen lange genug die Wahl hatten, freiwillig ihr Verhalten zu ändern und nun der gute Zweck die Mittel heiligt. Während draußen der Kampf zwischen Regierungsgegnern und -befürwortern tobt, entbrennt auch zwischen Denise und Bruno eine erbitterte Diskussion. Schnell wird klar, dass die beiden mehr verbindet, als es auf den ersten Blick scheint und es in dieser Situation keine einfachen Wahrheiten geben kann.

Die Autorin Esther Rölz entwirft in ihrem Stück das Schreckensbild von einem Deutschland, das an den drängenden gesellschaftlichen Problemen zerbrochen ist, und fordert die Zuschauer*innen anhand dieser exemplarischen Situation zur Auseinandersetzung mit essenziellen Fragen über Politik und Gesellschaft auf: Wie können notwendige, aber unpopuläre Veränderungsprozesse in Gang gesetzt werden? Mit welchen Mitteln kann und darf man das Gute durchsetzen? Kann die Rettung der Welt jemals eine Diktatur rechtfertigen?

Kontakt aufnehmen

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.