Mitteldeutsche Kammerphilharmonie

In der Reihe der Sinfoniekonzerte entführt die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie an entlegene Stätten, in prunkvolle Schlösser und auf fantastische Reisen zu bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten. Dabei erklingen sowohl Musikstücke einheimischer als auch Werke hinzugereister, vom Ort des Geschehens inspirierter großer Komponist*innen. Zudem wird in jedem Konzert einem*r verfemten Komponist*in Gehör geschenkt, dessen*deren Werk es wiederzuentdecken gilt. Neben den Mitgliedern der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie begrüßt Sie Chefdirigent Jan Michael Horstmann.

In Kooperation mit der Musik- und Kunstschule Stendal finden regelmäßig Einführungen zu den Sinfoniekonzerten statt.


AM HOFE VON VERSAILLES

Do 26.9.2019 / 19.30 Uhr

Jean-Féry Rebel Les éléments (»Symphonie nouvelle«)
Maurice Jaubert Der 14. Juli (Suite nach der Filmmusik »Quatorze Juillet«)
Joseph Haydn Sinfonie Nr. 85 B-Dur »La Reine«
Jan Michael Horstmann – Dirigent

Als im Jahre 1737 die Uraufführung der neuen Sinfonie »Les éléments« des greisen Jean-Féry Rebel begann, war sicherlich so manche*r Hörer*in erstaunt über die so neue, so gewagte und dennoch so treffende Beschreibung des »Chaos«, aus dem sich Licht, Luft, Wasser und Erde schälten. Aus diesem komponierten »Urknall« entwickelt sich eine der prunkvollsten, farbenreichsten und vielseitigsten Suiten des französischen Hochbarock. Ein halbes Jahrhundert später schreibt Joseph Haydn seine Sinfonie in B-Dur, die zu den Lieblingswerken der Königin Marie-Antoinette gehört haben soll.
Am Jahrestag des Sturms auf die Bastille wiederum setzt die Handlung zu René Clairs Film »Der 14. Juli« ein, der von den kleinen Leuten in der großen Hauptstadt erzählt und zu dem Maurice Jaubert eine Filmmusik voller Esprit und Leidenschaft schuf.



KREML IM SCHNEE

Do 5.12.2019 / 19.30 Uhr

Sergei Ljapunow Rhapsodie über ukrainische Themen
für Klavier und Orchester op. 28
Alexander »Bob« Zfasman Jazz-Suite für Klavier und Orchester
Nikolai Roslawez Kammersinfonie Nr. 2
Sofja Gülbadamova – Klavier
Jan Michael Horstmann – Dirigent

Dass ein Komponist in der Sowjetunion erst als Schöpfer neuer Klangwelten gefeiert und wenig später als »Staatsfeind« mit Aufführungsverboten gebrandmarkt wurde, war keine Seltenheit. Dass aber sein Grabmal mehrmals zerstört wurde, dass ein anderer Komponist, der sich für die Veröffentlichung Roslawez’ Werke einsetzte, beinahe zum Tode verurteilt wurde, dass eine posthume Uraufführung verhindert wurde, indem das Notenmaterial kurz vor dem Konzert verschwand, überrascht angesichts der herrlichen melodie- und farbenreichen Tonsprache, die sich in der groß angelegten Kammersinfonie aus dem Jahr 1934 offenbart. Roslawez, geprägt vom Impressionismus der Jahrhundertwende, geht einen ganz eigenen kompositorischen Weg zwischen Tradition und dem Aufbruch in ein neues musikalisches Zeitalter. Neben diesem Meisterwerk wird eine romantische Rhapsodie über ukrainische Volksweisen und eine spritzige und hochvirtuose Jazz-Suite eines der Pioniere der sowjetischen Unterhaltungsmusik zu hören sein.



NEUJAHRSKONZERT:
WO DIE CITRONEN BLÜH’N – IM WALZERSCHRITT UMS MITTELMEER

Sa 4.1.2020 / 19.30 Uhr

Mit Werken von Johann Strauß (Sohn), Jacques Offenbach, Julius Fučik, Émile Waldteufel und vielen anderen

Kinga Dobay – Mezzosopran
Jan Michael Horstmann – Dirigent und Moderation

Die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie und ihre Zuhörer*innen begrüßen das neue Jahr »à la méditerranée«! Auf einer abenteuerlichen, spannenden, ja vielleicht sogar kriminalistischen Reise, die ihren Ausgang im »Land, wo die Citronen blüh’n« nimmt, geht es ostwärts. Wir begegnen dem Orpheus Offenbachs auf seinem Weg in die Unterwelt, treffen auf türkische Janitscharen in Mozarts berühmter »alla turca«, lassen uns von orientalischen Märchenerzählern verzaubern und gelangen schließlich über Algerien und Gibraltar nach Spanien. Die musikalische Vergnügungstour, die im Zeichen der Werke der Wiener Strauß-Dynastie steht, endet schließlich mit dem herrlichen Walzer »Souvenir de Nizza« an der Côte d’Azur.


AUF DEM HRADSCHIN

Sa 1.2.2020 / 15 Uhr & 19 Uhr / Katharinenkirche

Vítězslava Kaprálová Suite en miniature op. 1
Georg Anton Benda Medea (Melodram für Sprecher und Orchester)
Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie Nr. 38 D-Dur KV 504 »Prager«

Michaela Fent (Medea)
Matthias Hinz (Jason)
Jan Michael Horstmann – Dirigent

»Sie wissen, das Benda unter den lutherischen kapellmeistern immer mein liebling war; ich liebe diese zwey Wercke so, daß ich sie bey mir führe«, schrieb Mozart über den böhmischen Meister Georg Anton Benda und seine Werke »Ariadne auf Naxos« und »Medea«. Verständlich angesichts der spannungsvollen Dramatik, der theatralischen Vielfarbigkeit dieser Werke, die in ihrem Wechsel der Emotionen zwischen Schroffheit und Zärtlichkeit steht. Die Geschichte der antiken Kindsmörderin wird in Verbindung mit Mozarts »Prager« Sinfonie präsentiert. Eröffnen wird das Konzert die »Suite en miniature« der ebenfalls im Schatten des Hradschin aufgewachsenen und in Paris ausgebildeten Komponistin Vítězslava Kaprálová, die zu einer Zeit ihren Weg ging, als das Komponieren für Frauen noch längst nicht selbstverständlich war.

Sinfoniekonzert

Termine & Karten

Do 26.09.
19:30 Uhr / Großes Haus
Do 05.12.
19:30 Uhr / Großes Haus


Jahr 2020

Sa 04.01.
19:30 Uhr / Großes Haus
Sa 01.02.
15:00 Uhr / Musikforum-Katharinenkirche
Sa 01.02.
19:00 Uhr / Musikforum-Katharinenkirche
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