MITTELDEUTSCHE KAMMERPHILHARMONIE SCHÖNEBECK
»Aus Tolbergs Zeit«

Die Konzerte dieser Saison sind eine Hommage an den Mediziner Johann Wilhelm Tolberg, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Bad Salzelmen die Heilkraft der Sole entdeckte. Tolberg ist mit der Geschichte Schönebecks besonders verbunden und der Namensgeber des Konzertsaales der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie. Werke seiner Zeitgenossen Mozart, Haydn und Beethoven, aber auch unbekannte[1]rer Komponisten wie Pleyel, Kozeluch und Ferlendis entführen uns in eine Zeit des Übergangs von Wiener Klassik zur Romantik. Hochkarätige Solist*innen – zum Teil aus den eigenen Reihen – sowie Kompositionen, die als Auftragswerke eigens für die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie entstehen und sich in vielfältiger Weise mit der Geschichte Sachsen-Anhalts auseinandersetzen, geben der Saison ein ganz besonderes Gepräge.

 

1756 – DAS GRADIERWERK

Sa 9.10.2021 / 16 & 20 Uhr / Katharinenkirche / Preisgruppe A

Georg Friedrich Händel – Suite aus der »Wassermusik«
Giuseppe Ferlendis – Konzert F-Dur für Englischhorn und Orchester
Oliver Korte – Neues Werk (Uraufführung)
Jean-Philippe Rameau –Suite aus der Oper »Zoroastre«

Natalia Urbanelli – Englischhorn
Jan Michael Horstmann – Dirigent

Als 1756 im fernen Salzburg das Wunderkind Mozart geboren wird, beginnt in Groß Salze (heute zu Bad Salzelmen gehörend) die Arbeit eines Gradierwerkes zur Konzentration und Qualitätssteigerung des Salzes, dessen kristalline Form das neue Werk Oliver Kortes inspiriert. Im gleichen Jahr hat Georg Friedrich Händel bereits vierzig äußerst erfolgreiche Jahre in London verbracht, nicht zuletzt durch die große Gunst von König Georg I. begründet, auf dessen legendären Bootsfahrten die Themse hinunter die berühmte »Wassermusik« erstmals erklang. Am 19. Januar desselben Jahres feiert in Paris die zweite Fassung der großen Oper »Zoroastre« von Jean-Philippe Rameau Premiere. Ein Jahr zuvor wurde in Italien der Oboist Giuseppe Ferlendis geboren, für den Mozart eigens sein Oboen-Konzert komponieren wird.


1783 – STUDIUM DER THEOLOGIE

Do 18.11.2021 / 16 & 20 Uhr / Katharinenkirche / Preisgruppe A

Aaron Copland – »Appalachian Spring« (Orchestersuite)
Wolfgang Amadeus Mozart – Konzert Nr. 2 Es-Dur für Horn und Orchester, KV 417
Jason Haney – Neues Werk (Uraufführung)
Leopold Kozeluch – Sinfonie g-Moll

Özgür Yilmaz – Horn
Jan Michael Horstmann – Dirigent

1783 schreibt sich Tolberg an der Universität in Halle an der Saale ein, zunächst für das Studium der Theologie. Nur wenige Monate später beendet der Frieden von Paris den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, unter anderem durch die Tatkraft der sogenannten »Overmountain men« aus den Appalachian Mountains, denen Aaron Copland in seiner Ballettmusik ein klingendes Denkmal setzt. Über 200 Jahre später schreibt der Komponist Jason Haney ein Werk für die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie und den Salzlandkreis. Kurz nach der Immatrikulation Tolbergs komponiert Mozart sein zweites Hornkonzert. Der böhmische Komponist Leopold Kozeluch wurde nach Mozarts Tod sein Nachfolger als Hofkompositor in Wien, nicht zuletzt aufgrund des Ruhmes, den ihm seine Sinfonien eingebracht haben.
 

BACH BESUCHT BRASILIEN – JOHANN SEBASTIANS ABENTEUER IN SÜDAMERIKA

Do 9.12.2021 / 16 & 20 Uhr / Katharinenkirche / Preisgruppe A


Cláudio Santoro - Concerto Grosso
Johann Sebastian Bach - 5. Brandenburgisches Konzert D-Dur, BWV 1050
Heitor Villa-Lobos - Bachianas Brasileiras Nr. 9
Efraín Oscher - Barroqueana Venezolana Nr. 1
Wilhelm Friedemann Bach Sinfonie -  F-Dur, F 67 

Gabriele Zucker – Flöte
Alejandro de Jesus Carrillo Barrios – Violine
Jan Michael Horstmann – Cembalo und musikalische Leitung

Johann Sebastian Bach verschlägt es in Begleitung seines Sohnes Wilhelm Friedemann auf eine musikalische Mission in den Dschungel Südamerikas. Dort stellen sie erstaunt fest, dass es mehr Berührungspunkte zwischen ihrer Musik und Werken dortiger Komponist*innen gibt, als sie sich je vorstellen konnten. Bei brasilianischer und venezolanischer Konzertmusik schließen sie neue Freundschaften und feiern das Weihnachtsfest im Schatten hoher Palmen und antiker Pyramiden


NEUJAHRSKONZERT:
GERN HAB’ ICH DIE FRAU’N GEKÜSST – EINE MUSIKALISCHE REISE ZUM SCHÖNSTEN GESCHLECHT

Di 11.1.2022 / 16 & 20 Uhr / Katharinenkirche / Preisgruppe X (25 €)

Mit Werken von Léhar, Strauß (Sohn), von Suppé, Mozart, Rossini und Offenbach

Jannes Philipp Mönnighoff – Tenor
Jan Michael Horstmann – Dirigent und Moderation

Das Neujahrskonzert der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie ist eine Hymne an das schönere Geschlecht. Dabei besuchen wir historische Schönheiten wie die »schöne Helena« und die »schöne Galathée«, lauschen einem wundervollen Tenor bei seinen Anbetungen so unterschiedlicher Damen wie der Mozart’schen Konstanze und der Rosina Rossinis und begegnen in zahlreichen Werken der Strauß-Dynastie Amazonen, Plappermäulchen und Donau-Weibchen. Kein Wunder, dass wir ihnen am Ende des Konzertes »Rosen aus dem Süden« überreichen werden.
 

1803 – ÜBER DEN NUTZEN DER SOLEBÄDER

Do 10.3.2022 / 19.30 Uhr / Preisgruppe A

Benjamin Schweitzer – Xenolith für Kammerorchester (Uraufführung)
Johann Nepomuk Hummel – Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur
Ludwig van Beethoven – Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 »Eroica«

Balint Krezinger – Trompete
Jan Michael Horstmann – Dirigent

Bereits seit sechs Jahren als Knappschaftsarzt der Königlichen Saline in Amt und Würden, entdeckt Johann Wilhelm Tolberg im Jahre 1800 die Heilkraft der Sole und veranlasst zwei Jahre darauf den Bau des ersten Badehauses. Gleichzeitig wird Na[1]poleon Bonaparte der verehrte »Erste Konsul« der jungen französischen Republik. Ludwig van Beethoven plant zunächst, seine 1803 vollendete »Eroica«-Sinfonie dem Feldherrn zu widmen. Als dieser sich jedoch 1804 zum Kaiser krönen lässt, zerreißt jener wütend das Titelblatt mit der Widmung. Im selben Jahr schreibt Johann Nepomuk Hummel sein berühmtes Trompetenkonzert. Im Salzlandkreis beheimatet ist die Sage der »Sieben Steine von Preußlitz«, mit der sich die neue Komposition Benjamin Schweitzers auseinandersetzt.


1831 – DIE ABSCHIEDSSTUNDE

Do 28.4.2022 / 19.30 Uhr / Preisgruppe A

Joseph Haydn – Sinfonie Nr. 44 e-Moll Hob. I:44 »Trauer-Sinfonie«
Franz Krommer – Konzert Nr. 1 Es-Dur für Klarinette und Orchester op. 36
Charlotte Seither – Neues Werk (Uraufführung)
Ignaz Pleyel – Sinfonie f-Moll B.138

Jerzy Bojanowski – Klarinette
Torsten Janicke – Musikalische Leitung

Als Tolberg im September 1831 stirbt, liegt ein reiches und erfolgreiches Leben hinter ihm. Im selben Jahr beenden zwei Komponisten ihr Erdendasein. Der in Niederös[1]terreich geborene Ignaz Pleyel war als Virtuose, Komponist, Konzertveranstalter und Verleger gleichermaßen erfolgreich. Daher verwundert es umso mehr, dass seine Sinfonien nur selten den Weg auf die Bühnen finden. Ebenso wie die Werke des Böhmen Franz Krommer, dessen Klarinettenkonzert zu den Perlen der Literatur zählen dürfte. Eines der wichtigsten Werke »aus Tolbergs Zeit«, die »Trauer-Sinfonie« von Joseph Haydn, wird dem Todesjahr der drei Herren ihren Respekt zollen. Die neue Komposition von Charlotte Seither beschäftigt sich mit der kristallinen Struktur des Salzes, dieser im Leben Tolbergs so wichtigen Substanz.

Sinfoniekonzert

Termine & Karten

Sa 09.10.
16:00 Uhr / Musikforum-Katharinenkirche
Ausverkauft
Sa 09.10.
20:00 Uhr / Musikforum-Katharinenkirche
Ausverkauft
Do 18.11.
16:00 Uhr / Musikforum-Katharinenkirche
Ausverkauft
Do 18.11.
20:00 Uhr / Musikforum-Katharinenkirche
Ausverkauft
Do 09.12.
16:00 Uhr / Musikforum-Katharinenkirche
Ausverkauft
Do 09.12.
20:00 Uhr / Musikforum-Katharinenkirche
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