Wiederaufnahme: 26.9.2018 / 10 Uhr / Kleines Haus

»… und sehe, dass wir nichts wissen können!
Das will mir schier das Herz verbrennen!« Faust

Geachtet und hochgeehrt ist er, dieser Dr. Heinrich Faust, doch innerlich getrieben und gepeinigt. Schlaflos sucht er danach, was die Welt im Innersten zusammenhält, doch weder die geläufigen Geisteswissenschaften noch die Magie bringen ihm die erhofften Erkenntnisse. Der Teufel selbst muss schließlich aushelfen, um dem Wissensdurst gerecht zu werden. Doch auch der hält letztlich nur abgeschmackte Zerstreuungen bereit. Blind taumelt Faust nicht nur an der einzig rettenden Himmelsmacht vorüber, die ein reines Herz ihm vielleicht hätte bieten können. Stattdessen reißt er diesen jungen Menschen ins Verderben. Immerhin bleibt er nicht ungerührt von Gretchens Schicksal: »Oh, wär ich nie geboren«, so seine späte, zu späte Erkenntnis.

Goethes »Faust. Der Tragödie erster Teil« in einer Fassung für fünf Schauspieler und einen Musiker besinnt sich einerseits auf das schizophrene Psychogramm der »Faust'schen Seele«, denn was ist Mephistopheles letztlich anderes als Fausts zweites, rücksichtsloses Ich? Was anderes als der Drang, über alle Skrupel hinweg Wissen und Macht anzuhäufen und für dieses Ziel immer weiter und weiter zu gehen? Andererseits lotet die Inszenierung mit Lust und Freude am Experiment aus, was dieses deutscheste aller Dramen bereitzuhalten scheint: Mysterienspiel und Volkstheater. Himmel und Hölle. Ringen um Erkenntnis, Sehnsucht nach Erlösung. Liebe, Tod und Teufel! Gelehrtentragödie – und eine der traurigsten Liebesgeschichten der Weltliteratur.

Inszenierung: Alexander Netschajew
Bühne & Kostüme: Mark Späth
Komposition: Niklas Fischer
Video: Max Kupfer
Dramaturgie: Cordula Jung

Faust / Mephistopheles: Hannes Liebmann | Mephistopheles / Faust: Andreas Schulz | Lustige Person / Michael / Erdgeist / Gesang / Volksgedräng / Margarethe / Die Schöne: Caroline Pischel | Direktor / Raphael / Erdgeist / Gesang / Bauer / Marthe / Die Alte / Stimme von oben: Kathrin Berg | Theaterdichter / Gabriel / Erdgeist / Wagner / Gesang / Valentin / Böser Geist / Stimme von oben: Daniel Schmidt

VIDEO

Faust. Der Tragödie erster Teil

Galerie

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Pressestimmen

»Netschajews ›Faust‹ ist klassisch-modern inszeniert, mit viel Herzblut und Liebe zu Goethes Versen. Das Stück nimmt gefangen, lässt eintauchen in den merkwürdigen Faustschen Trip, reißt mit in diesen Rausch. Prädikat: unbedingt erlebenswert.«
Volksstimme
»Die Regie von Alexander Netschajew bekennt sich voll zur Kammerfassung und konzentriert in zwei Teilen die Grundprobleme der Tragödie. [...] Insgesamt war der lange herzliche Beifall des vorwiegend jungen Premierenpublikums berechtigt. Sie hatten ›ihren Faust‹ verstanden und aufgenommen.« Altmark Zeitung
»Am Theater der Altmark Stendal inszeniert Alexander Netschajew den ersten Teil der Tragödie. Aber: Der Himmelhöllen-Weltkreis wird nicht auf der Bühne ausgeschritten und durchtobt, er ist gezwängt ins Kleine Haus. Absichtsvoll, konzentrationsbewusst, die anregende, anziehend gespielte Aufführung vollendet sich wahrlich im – Kammer-Spiel.«
Neues Deutschland

Termine & Karten

So 27.10.
18:00 Uhr / Kleines Haus
Di 12.11.
10:00 Uhr / Kultur- und Festspielhaus Wittenberge
Karten am Gastspielort
Do 14.11.
10:00 Uhr / Kleines Haus
Schulvorstellung
Fr 15.11.
19:30 Uhr / Kleines Haus
Mo 18.11.
10:00 Uhr / Kleines Haus
Schulvorstellung
Do 21.11.
10:00 Uhr / Großes Haus
Schulvorstellung
Mi 27.11.
10:00 Uhr / Kleines Haus
Schulvorstellung
Do 28.11.
10:00 Uhr / Kleines Haus
Schulvorstellung


Jahr 2020

So 24.05.
19:00 Uhr / Abstecher sonst.
Karten am Gastspielort
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