»Nicht etwa verschmäht, schlicht und einfach vergessen«, das sagt Ismene von sich selbst. Ismene? Wer? Genau! »Ein Name ohne eigenen Inhalt, ein Nebensatz in einem Buch. Ismene, Doppelpunkt. Tochter von. Schwester von.« Jetzt meldet sie sich zu Wort, nach 3000 Jahren im Totenreich. Jetzt will sie ihre Geschichte erzählen. Hineingeboren in eine Familie, die keine »normale« war. Ödipus, ihr Vater und Halbbruder in einer Person, der unwissentlich seinen Vater erschlug und seine Mutter zur Frau nahm. Ihre Mutter Iokaste, die sich erhängte, als sie die Wahrheit erfuhr. Ihre Zwillingsbrüder Polyneikes und Eteokles, die sich gegenseitig töteten im Kampf um die Macht in Theben. Und schließlich Antigone, ihre Schwester. Die sich gegen das herrschende Gesetz stellte. Den Bruder bestattete und dafür mit ihrem Leben bezahlte. Helden. Alle. Sie haben sich entschieden und gehandelt. Ismene, aber hat gewartet. Und schämt sich dafür. Schämt sich für das, was sie ist. Keine Heldin.

Lot Vekemans holt in ihrem Monolog »Schwester von« eine Nebenfigur der griechischen Mythologie aus ihrem Schattendasein, stellt sie in den Fokus und gibt ihr eine Stimme. Ismene, eine Nichtheldin, die verzweifelt an ihrer Bedeutungslosigkeit und sich die Existenzberechtigung abspricht. Doch dann nimmt sie den Kampf für sich selbst auf.

Premiere: 11.5.2024 / Rangfoyer
Aufführungsrechte: Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH, Berlin
Bild- und Tonaufnahmen sind während der Aufführung nicht gestattet.

 

Schwester von

Termine & Karten

Sa 11.05.
18:00 Uhr / Rangfoyer
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