»Und Jungs? Ja, Jungs … ich weiß auch nicht. Ich denke – ich befürchte, dass ich – ja. Jungs. Find ich auch gut. Irgendwie.«

 Ein junger Mann erzählt von der Suche nach seiner sexuellen Identität. Hineingeboren in eine Ringerfamilie wächst er mit einem archetypischen Bild von Männlichkeit vor Augen auf. »Wäre lieber ’n Mädchen geworden«, meint seine Mutter. Das stimmt aber nicht, als Junge fühlt er sich eigentlich ganz wohl. Muss man denn entweder in die eine oder in die andere Schublade gezwängt werden? Rosa oder blau? Einhorn oder Rennauto? Oder in eine Fußballmannschaft? In den Schwimmverein? Auf einmal ist sie da – onanieren, masturbieren, Achselhaare – die Sexualität. Zumindest bei den anderen, denn er ist eher ein Spätzünder. Aber da ist noch etwas. Er selbst kann es nicht sehen; nur die, die ihn »Weichei«, »Homo« oder »Schwuchtel« nennen, wenn es auf dem Pausenhof zu Streitereien kommt. Ist er schwul? Nein, falsche Schublade. Klar, er findet Jungs gut. In die Halle, in der muskulöse Männer in hautengen Trikots miteinander ringen, traut er sich nicht mehr. Wer weiß, was dort mit ihm passiert. Aber Mädchen mag er eben auch, Julia, Caro, Lisa oder Magdalena, Mädchen und Frauen, in die er unsterblich verliebt war und die ihm das Herz gebrochen haben. Ist das nur eine Phase, ein Prozess – oder ist das Sein im Dazwischen nicht auch eine Möglichkeit?

Laut Studien zufolge fühlen sich zwischen 20 % und 40 % der Befragten von beiden Geschlechtern angezogen. Jedoch nur 2 % bezeichnen sich als bisexuell. Wie begegnet man der eigenen Sexualität, wenn sie anders und fremd erscheint? Und wie erklärt man Familie und Freund*innen, dass man mehr als nur ein Geschlecht begehrt? Sergej Gößner schreibt über die intimsten menschlichen Momente und erzählt poetisch und humorvoll davon, wie es sich anfühlt, »dazwischen« zu sein.

 

Inszenierung: Stephanie Rolser

Mit: Sebastian Hammer

Termine & Karten

Di 07.06.
19:30 Uhr / Kaisersaal
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