Und heute sage ich still: Ich sollt’ mich fügen, begnügen, ich kann mich nicht fügen, kann mich nicht begnügen, will immer noch siegen, will alles – oder nichts.

Es ist das Jahr 1975. Die 50-jährige Knef, zwar auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, privat aber in der Krise, vom Mann verlassen, dem Brustkrebs entronnen, sitzt vor ihrer Schreibmaschine. Zu müde zum Schlafen, wünscht sie sich jemanden zum Reden. Da taucht sie auf, die junge »Hilde«, und trifft auf die »Knef«. Zwei Frauen, eine Person. Sie streiten sich, fallen sich ins Wort. Es beginnt eine schonungslose Abrechnung der Knef mit sich selbst. Ein Leben zwischen den Polen von Erfolg und Misserfolg, ein Leben geprägt von Arbeitswut, physischer Erschöpfung, Krankheit und dem unbändigen Willen, sich das Leben und das Glück immer wieder zurückzuerobern, auch wenn es schon fast verloren geglaubt erschien.

Hildegard Knef (1925 – 2002) war der erste deutsche Nachkriegsstar. Ihr Foto zierte das Cover der ersten Ausgabe des Stern. Mit ihrer Rolle in dem Film »Die Sünderin« sorgte sie für den größten Skandal im deutschen Nachkriegskino. 1955 gab sie ihr Debüt am Broadway: Cole Porter persönlich engagierte sie für eine Hauptrolle in seinem Musical »Silk Stockings«. Ab den 1960er-Jahren begann Hildegard Knef mit großem Erfolg ihre zweite Karriere als Sängerin. Ihr rauchiges Organ, die präzise, zuweilen schnoddrige Art des Vortrags und die von Klugheit und lakonischer Ironie geprägten eigenen Texte machten die Knef zu einer einzigartigen Erscheinung und zu der deutschsprachigen Chansonsängerin überhaupt. Die »beste Sängerin ohne Stimme«, so Ella Fitzgerald über Hildegard Knef, war auch als Schriftstellerin erfolgreich, die mit ihrem Buch »Das Urteil« ihre Krebserkrankung in die Öffentlichkeit trug. In über 30 Chansons, Gedichten und Passagen aus ihren Erinnerungsbüchern lässt der Autor und Theaterregisseur James Edward Lyons das Leben der Knef von der Trümmerzeit in Berlin bis zum Broadway lebendig werden.

Inszenierung: Nora Bussenius

Für mich soll´s rote Rosen regnen

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Jahr 2023

Fr 31.03.
19:30 Uhr / Kaisersaal
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